Narzissmus-Test: Bewunderung oder Rivalität? Der NARQ-Test
In diesem kostenlosen Narzissmus-Test beantwortest du 18 Fragen und klärst, wie stark deine narzisstischen Tendenzen ausgeprägt sind und auf welchem Weg sie sich zeigen. Grundlage ist der NARQ (Narcissistic Admiration and Rivalry Questionnaire) von Back et al. (2013), ein wissenschaftlich validiertes Verfahren der Universität Münster.

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Personen haben durch diesen Narzissmus Test eine Antwort auf die Frage „Bin ich ein Narzisst?" erhalten.
18
Fragen liefern dir ein umfassendes Bild deiner narzisstischen Persönlichkeit.
5
Minuten dauert dieser Narzissmus Selbsttest maximal.
Alles, was du über den Narzissmus-Test nach dem NARQ wissen musst.

Was genau misst dieser kostenlose Narzissmus Selbsttest?
Dieser kostenlose Narzissmus Selbsttest misst subklinischen Narzissmus, also die narzisstischen Persönlichkeitseigenschaften psychisch gesunder Menschen. Er misst nicht die narzisstische Persönlichkeitsstörung, wie sie in der ICD-11 definiert ist. Wer nach einem „narzisstische Persönlichkeitsstörung Test“ sucht, findet hier also eine Standortbestimmung, keine Diagnose.
Subklinischer Narzissmus zeigt sich in hoher Selbstwertschätzung, Anspruchsdenken, dem Gefühl der eigenen Überlegenheit und dem Streben nach sozialer Bewunderung. Auch dominante, charmante, angeberische, impulsive und aggressive Verhaltenstendenzen gehören dazu. Zusammen mit Machiavellismus und Psychopathie bildet Narzissmus die dunkle Triade der Persönlichkeit. Und wie jeder Persönlichkeitszug stützt er sich auf psychologische Abwehrmechanismen, die das Selbstbild vor Kränkung schützen.
Was dein Testergebnis wirklich bedeutet
Narzissmus ist ein zweischneidiges Schwert. Auch wenn der Begriff heute inflationär genutzt wird, ist ein gewisses Maß davon Bestandteil jeder gesunden Persönlichkeit. Dein Ergebnis zeigt dir deshalb nicht „Narzisst: ja oder nein“, sondern wo du auf zwei Skalen stehst und wie das im Vergleich zu anderen einzuordnen ist. Die ausführliche Auswertung erhältst du nach dem Test.
Du kannst den Test auch für eine andere Person ausfüllen, etwa wenn du die Frage „Ist er ein Narzisst?“ oder „Ist sie eine Narzisstin?“ für dich klären willst. Beantworte die Fragen dann aus Sicht dieser Person. Bedenke bei der Interpretation: Das Ergebnis gibt deine subjektive Wahrnehmung wieder, nicht die Selbsteinschätzung der anderen Person. Der Test ist nicht dafür gedacht, Narzissmus oder eine narzisstische Persönlichkeitsstörung bei anderen zu diagnostizieren.
Falls dich eher die Frage beschäftigt, warum du immer wieder an Menschen mit starken narzisstischen Zügen gerätst, lies warum wir uns zu Narzissten hingezogen fühlen. Und wenn du mit deinem Ergebnis oder deiner Beziehungssituation weiterarbeiten möchtest, ist das ein typisches Thema im Life Coaching.


Wie wird Narzissmus gemessen?
Um subklinischen Narzissmus messbar zu machen, entwickelten Raskin und Hall Anfang der 1980er Jahre das Narcissistic Personality Inventory (NPI), angelehnt an die Kriterien der narzisstischen Persönlichkeit im DSM-III. Dieser Narzissmus Test umfasst 40 Fragen und ist bis heute das meistgenutzte Verfahren.
Der NPI hat aber eine Schwäche: Er mischt zwei sehr unterschiedliche Seiten des Narzissmus zu einem einzigen Wert. Back et al. (2013) haben deshalb das Narcissistic Admiration and Rivalry Concept (NARC) entwickelt. Danach verfolgen narzisstische Menschen ein gemeinsames Ziel, nämlich ein grandioses Selbstbild aufzubauen und zu erhalten, aber auf zwei verschiedenen Wegen: über Bewunderung (Charme, Grandiosität, Streben nach Einzigartigkeit) oder über Rivalität (Abwertung anderer, Vormachtstreben, Aggressivität).
Das Messinstrument dieses Tests ist der Narcissistic Admiration and Rivalry Questionnaire (NARQ) von Back et al. (2013), den ich mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. Mitja Back (Universität Münster) nutzen darf. Der NARQ ist in mehreren Sprachen validiert, wird in der internationalen Forschung breit eingesetzt und liefert mit 18 Fragen zwei getrennte Skalenwerte statt einer Summe. Das macht den Narzisst-Test kürzer als der NPI und zugleich differenzierter in der Aussage.
Dein Ergebnis einordnen: Bewunderung oder Rivalität?
Der NARQ liefert dir zwei Werte zwischen 1 und 6, je einen für Bewunderung und Rivalität. Beide Skalen bestehen aus je neun Fragen und drei Facetten. Zum Vergleich: In der deutschsprachigen Validierungsstichprobe von Back et al. (2013, Studie 1, N = 953) lag der Mittelwert für Bewunderung bei 2,8 (Standardabweichung 0,9) und für Rivalität bei 2,1 (Standardabweichung 0,8). In der repräsentativen Bevölkerungsstichprobe des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP 2018, Kurzform NARQ-S) liegen die Werte noch etwas niedriger. Ein Wert, der mehr als eine Standardabweichung über dem Mittel liegt, ist deutlich erhöht. Das betrifft grob jeden sechsten Menschen und ist keine Diagnose.
Bewunderung (Admiration)
Der charmante, selbstaufwertende Weg. Facetten: Grandiosität, Streben nach Einzigartigkeit, Charme.
Typisches Verhalten: 1) sucht die Bühne und genießt es, im Mittelpunkt zu stehen, 2) wirkt auf den ersten Blick selbstsicher, unterhaltsam und anziehend, 3) träumt von großen Erfolgen und hält sich für etwas Besonderes.
Zusammenhänge laut Back et al. (2013): höherer Selbstwert, kurzfristig höhere Beliebtheit, aber auch eine Neigung zur Selbstüberschätzung.
Rivalität (Rivalry)
Der antagonistische, selbstverteidigende Weg. Facetten: Abwertung anderer, Vormachtstreben, Aggressivität.
Typisches Verhalten: 1) reagiert gereizt auf Kritik und auf Menschen, die ihm die Schau stehlen, 2) wünscht Konkurrenten insgeheim das Scheitern, 3) hält andere für Versager und wertet sie ab.
Zusammenhänge laut Back et al. (2013): niedrigerer Selbstwert, mehr Ärger und Misstrauen, geringere Vergebungsbereitschaft, auf Dauer weniger beliebt und mehr Beziehungskonflikte.
Wer in Beziehungen unter einem Menschen mit hoher Rivalität leidet, kennt das Muster aus Abwertung, Kontrolle und Angriff. Für den Alltag mit solchen Menschen hilft die Grey-Rock-Methode mit konkreten Beispielen. Und wer sich fragt, warum jemand nach außen bescheiden wirkt und trotzdem so verletzend ist, findet die Antwort oft im verdeckten Narzissmus, der sich im NARQ eher über die Rivalitätsskala zeigt.
Finde heraus, wie stark deine narzisstischen Tendenzen sind! Mach jetzt den Narzissmus Selbsttest.
Du möchtest den psychologischen Narzissmus Test durchführen und die Frage „Bin ich ein Narzisst?" für dich klären? Dann trage dich ein, und du erhältst den Link zum Test per E-Mail.
Narzissmus am Arbeitsplatz: Wenn die Führungskraft die Bühne braucht
Narzissmus ist in Führungsetagen überrepräsentiert, und das ist kein Zufall. Die Bewunderungsseite wirkt in Auswahlverfahren wie ein Verstärker: Menschen mit hohen Werten präsentieren sich souverän, erzählen von großen Zielen und überzeugen im Interview. Genau diese Selbstdarstellung wird oft mit Führungskompetenz verwechselt. Studien zeigen, dass narzisstische Bewerber in unstrukturierten Interviews besser abschneiden, obwohl sie später nicht bessere Führungskräfte sind.
Im Alltag zeigt sich dann häufig die andere Seite. Eine narzisstische Führungskraft erkennst du an drei Mustern: 1) Kritik wird nicht als Information behandelt, sondern als Angriff, auf den Abwertung oder Rückzug folgt, 2) Erfolge gehören der Führungskraft, Fehler dem Team, 3) Loyalität zählt mehr als Leistung, Widerspruch wird bestraft. Mit wachsender Macht kann sich das zum Hubris-Syndrom steigern, bei dem Erfolg das Urteilsvermögen vergiftet und Warnsignale aus dem Umfeld nicht mehr ankommen.
Für Unternehmen heißt das: Narzisstische Tendenzen lassen sich in der Personalauswahl nicht per Bauchgefühl erkennen, sondern nur mit strukturierten Verfahren, Verhaltensbeobachtung und validierten Fragebögen. Genau das ist der Kern meiner Arbeit in der Managementdiagnostik und Eignungsdiagnostik: Potenzial von Selbstdarstellung zu trennen, bevor eine Fehlbesetzung teuer wird. Wenn du dich selbst in einer Führungsrolle wiedererkennst, ist der Test übrigens ein guter erster Spiegel: Hohe Bewunderungswerte sind kein Problem, solange die Rivalität niedrig bleibt.
Häufige Fragen zum Narzissmus Selbsttest
Bin ich ein Narzisst?
Die ehrliche Antwort lautet: Jeder Mensch hat narzisstische Anteile, die Frage ist nur, wie stark und in welcher Form. Der Test zeigt dir, wo du auf den Skalen Bewunderung und Rivalität stehst und wie das im Vergleich zur Normstichprobe einzuordnen ist. Erst deutlich erhöhte Werte auf der Rivalitätsskala sprechen dafür, dass dein Narzissmus dir und anderen Probleme macht.
Was ist der Unterschied zwischen Narzissmus und narzisstischer Persönlichkeitsstörung?
Narzissmus ist ein normal verteiltes Persönlichkeitsmerkmal, das jeder Mensch in unterschiedlicher Ausprägung hat. Die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist eine klinische Diagnose nach ICD-11 oder DSM-5, die nur Fachleute stellen dürfen. Sie setzt voraus, dass die Züge stabil sind, in vielen Lebensbereichen auftreten und erhebliches Leid oder Beeinträchtigung verursachen. Dieser Test misst das Merkmal, nicht die Störung.
Was ist der NARQ?
Der Narcissistic Admiration and Rivalry Questionnaire ist ein Fragebogen mit 18 Items, den Mitja Back und Kollegen 2013 im Journal of Personality and Social Psychology veröffentlicht haben. Er trennt Narzissmus in zwei Dimensionen, Bewunderung und Rivalität, und ist international in vielen Studien validiert. Eine Kurzform mit sechs Items wird im Sozio-oekonomischen Panel eingesetzt, einer der größten Bevölkerungsbefragungen Deutschlands.
Wie viele Fragen hat der Narzissmus-Test und wie lange dauert er?
Der Test besteht aus 18 Fragen, die du auf einer sechsstufigen Skala von „trifft überhaupt nicht zu“ bis „trifft vollkommen zu“ beantwortest. Die meisten Menschen brauchen dafür drei bis fünf Minuten. Antworte spontan und ehrlich, nicht so, wie du gerne wärst. Nur dann ist das Ergebnis aussagekräftig.
Ist der Narzissmus-Test kostenlos?
Ja. Du trägst dich mit Namen und E-Mail-Adresse ein und erhältst den Link zum Test per Mail. Nach dem Ausfüllen bekommst du deine Auswertung mit beiden Skalenwerten und einer Einordnung. Es entstehen keine Kosten, und du musst dich nicht für den Newsletter anmelden, um den Test zu machen.
Kann ich den Test für meinen Partner oder meine Partnerin machen?
Ja, du kannst die Fragen aus Sicht einer anderen Person beantworten. Das Ergebnis zeigt dann aber, wie du diese Person wahrnimmst, nicht, wie sie sich selbst sieht. In der Forschung heißt das Fremdbeurteilung, und sie weicht bei Narzissmus oft von der Selbstbeurteilung ab. Nutze das Ergebnis als Gesprächsanlass oder zur eigenen Klärung, nicht als Urteil über die andere Person.
Was ist verdeckter Narzissmus und misst der Test ihn?
Verdeckter oder vulnerabler Narzissmus zeigt sich nicht durch lautes Auftreten, sondern durch Überempfindlichkeit gegenüber Kritik, stille Abwertung anderer, Neid und das Gefühl, nicht genug gewürdigt zu werden. Der NARQ misst in erster Linie grandiosen Narzissmus. Die Rivalitätsskala überschneidet sich aber deutlich mit den verletzlichen Anteilen, sodass hohe Rivalitätswerte bei niedriger Bewunderung ein Hinweis auf die verdeckte Variante sein können.
Ersetzt der Test eine Diagnose?
Nein. Ein Selbsttest kann eine Standortbestimmung liefern, aber keine klinische Diagnose. Wenn dein Ergebnis dich beunruhigt, wenn du unter deinen Beziehungen leidest oder wenn andere dir wiederholt narzisstisches Verhalten spiegeln, ist ein Gespräch mit einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten der richtige nächste Schritt. Ein Coaching kann ergänzend helfen, konkrete Verhaltensmuster zu verändern.
Über den Autor dieses Tests
Gregor Wojtowicz arbeitet seit über 15 Jahren in Beratung, Coaching und Managementdiagnostik nach DIN 33430. Er begleitet Unternehmen bei Auswahl- und Entwicklungsentscheidungen und Privatpersonen als Coach. Narzissmus begegnet ihm in beiden Welten: in Auswahlverfahren für Führungspositionen und in Beziehungsthemen im Coaching. Diesen Test stellt er mit Genehmigung der Autoren des NARQ zur Verfügung. Mehr über Gregor
Quellen
1) Back, M. D., Küfner, A. C. P., Dufner, M., Gerlach, T. M., Rauthmann, J. F. & Denissen, J. J. A. (2013). Narcissistic admiration and rivalry: Disentangling the bright and dark sides of narcissism. Journal of Personality and Social Psychology, 105(6), 1013–1037. doi.org/10.1037/a0034431
2) Leckelt, M., Wetzel, E., Gerlach, T. M. et al. (2018). Validation of the Narcissistic Admiration and Rivalry Questionnaire Short Scale (NARQ-S) in convenience and representative samples. Psychological Assessment, 30(1), 86–96. doi.org/10.1037/pas0000433
3) Raskin, R. & Terry, H. (1988). A principal-components analysis of the Narcissistic Personality Inventory and further evidence of its construct validity. Journal of Personality and Social Psychology, 54(5), 890–902.
4) SOEP-Companion (DIW Berlin): Dokumentation der NARQ-S im Sozio-oekonomischen Panel 2018.
Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2026
