Unsicherheiten bei der Gründung beziehen sich häufig z.B. auf fehlendes Startkapital oder mangelnde wirtschaftliche Kenntnisse, wie eine Umfrage im Jahr 2020 ermitteln konnte. Grundsätzlich haben beide Annahmen ihre Berechtigung, treffen aber nicht auf jedes Business zu.
Natürlich braucht man für komplexe Geschäftsmodelle (z.B. den Aufbau eines Online-Shops oder die Eröffnung eines stationären Geschäfts) gewisses Startkapital und es ist auch klar, dass man ohne wirtschaftliche Kenntnisse kein Unternehmen im Finanzbereich aufbauen wird. Aber wie sieht es mit anderen, eher allgemeineren Geschäftsideen aus?

Die fehlende wirtschaftliche Bildung hat in der Regel wenig mit der Realität zu tun. Natürlich sollte man sich mit finanzieller Bildung auseinandersetzen, allerdings wird auch vieles während des Aufbaus des Unternehmens von alleine kommen. Bedenkt man, dass etwa nur jedes 4. Unternehmen in Deutschland länger als 20 Jahre überlebt (und die anderen werden zum Teil ebenfalls von sehr erfahrenen/studierten Unternehmern geführt), stellt sich die Frage, wie viel wirtschaftliche Bildung man sich aneignen muss, um garantiert erfolgreich zu werden. So viel Bildung kann man sich vermutlich überhaupt nicht aneignen, zumal ein wesentlicher Bestandteil des Wissens aus praktischen Erfahrungen und Fehlern resultiert.
Jedes Geschäftsmodell hat je nach Umfang unterschiedliche Startkosten und erfordert anderes Wissen. Diese Aussage hilft den meisten vermutlich nicht weiter. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, bereits im Vorfeld das Risiko eines wirtschaftlichen Scheiterns zu minimieren. Sowie das exakt erforderliche Startkapital zu bestimmen: den Businessplan.
Ein leicht zugänglicher, gleichzeitig nachhaltig prägender Einstieg in unternehmerisches und finanzielles Denken ist „Rich Dad Poor Dad“ (Amazon Link) von Robert Kiyosaki. Es ist kein Businessplan-Buch im engeren Sinn, aber es ändert die Brille, mit der du auf Geld, Zeit und Arbeit schaust – und das ist meiner Erfahrung nach der eigentliche Hebel beim Gründen.
Wer den deutschsprachigen Klassiker dazu lesen will, findet in „Ein Hund namens Money“ (Amazon Link) von Bodo Schäfer eine sehr zugängliche Geschichte rund um den Aufbau einer eigenen finanziellen Basis – formal als Kinderbuch geschrieben, inhaltlich aber für jeden Gründer in der frühen Phase überraschend tragfähig.



